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Elise v. Bernstorff zur Professorin am Institut für Performative Künste und Bildung berufen

Zum Wintersemester 2019/20 wurde Dr. des. Elise v. Bernstorff vom Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur zur Professorin am Institut für Performative Künste und Bildung (IPK) berufen. Die Performancekünstlerin, Theaterpädagogin und Theaterwissenschaftlerin besetzt fortan die W2-Professur „Performative Künste – schulische und außerschulische Bildung“.

Die Wendländerin studierte Angewandte Theaterwissenschaft an der Justus-Liebig-Universität Gießen unter anderem bei Heiner Goebbels, René Pollesch und Xavier Le Roy, und hat Ende 2018 ihre künstlerisch-wissenschaftliche Dissertation im Rahmen des Graduiertenkollegs »Versammlung und Teilhabe: Urbane Öffentlichkeiten und performative Künste« verteidigt. Die Promotion beruht auf zwei künstlerischen Arbeiten mit Kindern, die am Landgericht Hamburg Mitte und im Theatre of Research gezeigt wurden. Seit 2016 war v. Bernstorff Mitarbeiterin an der Kunstakademie Düsseldorf und forschte dort künstlerisch-wissenschaftlich im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekts »Transkulturelle Bildungspraktiken in postmigrantischem Theater und Schule: Method-Mixing als Transmission«.

Künstlerische Arbeiten und Kollaborationsprojekte hat v. Bernstorff in erster Linie am Theatre of Research Hamburg entwickelt und gezeigt, aber unter anderem auch auf Kampnagel, in der Box des Deutschen Theaters, an den Sophiensaelen, im Westwendischen Kunstverein Gartow, am Theater an der Parkaue, dem Haus der Kulturen der Welt und dem Fleetstreet Theater Hamburg.

An der HBK Braunschweig wird v. Bernstorff an der Entwicklung von Lehrkonzepten an der Schnittstelle zwischen performativen Künsten und Bildung mitwirken. Am IPK wird von einem erweiterten Theaterbegriff ausgegangen und eine Pädagogik entwickelt, die von der Kunst aus gedacht und praktiziert wird. Dabei wird eine enge Verflechtung zwischen künstlerischer Praxis und theoretischer Reflexion praktiziert.

 

Freigegebenes Pressebild

Porträt von Elise von Bernstorff, Foto: Anselm Kissel

vergrößern Porträt von Elise von Bernstorff, Foto: Anselm Kissel


 

Drei Fragen an Prof. Dr. des. Elise von Bernstorff:

Gibt es aktuelle Projekte, die Ihnen besonders wichtig sind, die vielleicht auch in Ihre Lehre einfließen werden?

Meine nächste künstlerische Arbeit wird sich mit ländlichen Räumen beschäftigen. Ich halte die Transformationen des Landlebens und der Landschaft für unheimlich relevant für unsere Gesellschaft. Mit den Studierenden möchte ich in diesem Zusammenhang gerne darüber nachdenken: Wie stark ist unser Denken und Handeln urban und global geprägt? Wie können wir Fragen des Regionalen und Lokalen, der Situierung, Fragen nach dem Verhältnis von Mensch, Umwelt und Natur stärker in unsere künstlerische Arbeit einfließen lassen?

 

Wie stellen Sie sich die Zusammenarbeit insbesondere auch mit den Studierenden vor? Haben Sie konkrete Ideen und Pläne, die Sie schon preisgeben möchten?

Wir werden einerseits das Institut nutzen als Spielraum, in dem wir experimentieren, phantasieren, verlangsamen, verfremden, Perspektiven wechseln dürfen. Andrerseits werden wir auch viel in den uns umgebenden Raum gehen und hinhören, hinschauen und uns einmischen. Dafür werden wir auch Verfahren der künstlerischen Forschung nutzen. In der Zusammenarbeit mit den Studierenden ist es mir wichtig, auch von ihnen zu lernen – über ihre (auch generations-) spezifischen Wahrnehmungen, Erfahrungen und Anliegen.

 

Anders herum: Was erwartet Studierende in der Zusammenarbeit mit Ihnen?

Ich möchte das, was performative Künste in schulischen und außerschulischen Bildungskontexten sind und sein können nicht als gegeben voraussetzen und abschließend definieren, sondern die Möglichkeiten, Funktionen und Formen performativer Künste und Bildung selbst stets aufs Neue verhandeln. Wir werden unsere Art und Weise wahrzunehmen und zu denken immer wieder herausfordern, um aus Perspektive der Künste gemeinsam einen anderen Blick auf Bildung zu eröffnen, in dem Bildung auch Störungen, Innehalten, marginalisierte Positionen und Transformationen einschließt.

Zuletzt bearbeitet von Kommunikation und Medien, Jesco Heyl am 23.10.2019