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Weiterentwicklung der Studienstruktur

Die Hochschule für Bildende Künste Braunschweig entwickelt ihre Studienstruktur permanent weiter, um die Qualität in Forschung und Lehre dauerhaft zu sichern.

 

Kunstvermittlung als Doppelfach

 

In Zusammenarbeit mit den anderen Kunsthochschulen in Deutschland, die Lehrerbildung für das Unterrichtsfach Kunst betreiben, will die HBK Braunschweig das Doppelfach Kunst voranbringen.

Kunst als „Doppelfach“ zu studieren und zu unterrichten bedeutet zunächst einfach, dass das bisherige zweite Lehrfach wegfällt. Für das Studium und den Beruf eröffnete diese Änderung aber ganz neue Perspektiven . Sie ermöglichte, dass das Fach Kunst für das Lehramt endlich auf dem Fundament der Kunst und trotzdem in einem angemessenen Zeitrahmen studierbar würde. Zugleich könnten die vielfältigen ausgewiesenen Ausbildungsmöglichkeiten der HBK in der Kunst, der Gestaltung, in den Kunst- und Medienwissenschaften, im Design und im Darstellenden Spiel in weitaus größerem Maße als bisher und sinnvoll aufeinander bezogen der Lehrerausbildung zu gute kommen. Zudem würde das „Doppelfach“ endlich der Praxis in den Schulen Rechnung tragen, dass das Fach Kunst in sich bereits eine komplexe (und manchmal schwierige) Einheit der beiden Bereiche bildnerische Praxis und Bildwissenschaft, also ohnehin schon ein Zwei-Fächer-Fach, darstellt.

Im Rahmen des „Doppelfachs“ kann das künstlerische Studium in den Fachklassen endlich die Bedeutung, die Entwicklungszeit und den Erfahrungsraum erhalten, die nötig sind, damit aus der unmittelbaren Erfahrung der eigenen künstlerischen Praxis und dem intensiven Durchleben künstlerischer Prozesse ein eigener authentischer Bezug zur Kunst und darauf aufbauend zu ihrer Vermittlung in der Schule entwickelt werden kann. Ein lebendiger und sich weiter entwickelnder Kunstbezug bildet für die Kunst-Lehrerinnen und -Lehrer eine wesentliche Grundlage, um den vielfältigen und sich ändernden Anforderungen des Kunst-Unterrichts auf Dauer gewachsen zu sein und diese selbst zu gestalten.

Zudem führte die durch das „Doppelfach-Studium“ ermöglichte Ausweitung der bildwissenschaftlichen Auseinandersetzung an der HBK-BS zu einer intensiveren Einbeziehung und ‚Nutzung’ der vorhandenen ausgezeichneten wissenschaftlichen Angebote in den Bereichen Kunstwissenschaft, Medienwissenschaft, Designtheorie . Vor allem für den in den Anforderungen sehr weit gefächerten Unterricht in der Oberstufe, speziell in den Kunst-Schwerpunktkursen und im Seminarfach würden hier die nötigen Grundlagen, Erfahrungen und Einsichten gelegt und erarbeitet.
Möglich werdende ausgedehntere praktische Studienerfahrungen in den Bereichen Gestaltung (Design-Praxis) und Darstellendes Spiel bereicherten das Studium, den Kunst-Unterricht und das Schulleben.
Die intensive, das Studium durchziehende Auseinandersetzung mit schulischer und freier Kunstvermittlung vernetzt die verschiedenen Studienbereiche, fördert die Offenheit gegenüber den verschiedenen Praxen und verbindet sie mit vermittlungsbezogener Reflexion. Andererseits fokussiert sie speziell auf die SchülerInnen und die Rahmenbedingungen von Schule und zielt auf einer Verringerung des ‚Praxis-Schocks“ beim Übergang in das Referendariat und in die Schule.

Die Basis des 10 Semester umfassenden Studiums bilden 6 Semester Studium im Diplomstudiengang Freie Kunst der HBK, für den auch die künstlerische Aufnahmeprüfung bestanden werden muss. 
Ein freies künstlerisches Studium in den künstlerischen Klassen funktioniert nach besonderen Studienprinzipien. Es ist ein Entwicklungsraum für die individuelle freie künstlerische Entwicklung, ohne festen Lernentwicklungsplan oder abstrakt beschreibbare Kompetenzkataloge. Durch die Arbeit in den Ateliers in Zusammenarbeit mit den ProfessorInnen der Freien Kunst entwickeln die Studierenden eine eigene künstlerische Haltung, die auch die Basis ihrer angestrebten eigenen Kunstvermittlungstätigkeit bildet. Neben dem Studium in den Fachklassen der Freien Kunst enthält dieser erste Studienteil verschiedene bildwissenschaftliche, kunstvermittelnde und durch Praktika auch speziell schulbezogene Anteile und wird mit der künstlerischen Fachprüfung abgeschlossen.

Auf dieser Basis erfolgt eine auf 4 Semester angelegte Spezialisierung, die die Studienanteile der Bildungswissenschaften an der TU-BS, Seminare in Gestaltungspraxis an der HBK und eine vertiefte Auseinandersetzung mit Kunstwissenschaften, Medienwissenschaften und Designtheorie sowie schulischer Kunstvermittlung umfasst und mit der Masterarbeit, mündlicher Prüfung und der Prüfung in Gestaltung abgeschlossen wird.

HBK-Präsident Prof. Dr. Hubertus v. Amelunxen wurde von der Rektorenkonferenz der deutschen Kunsthochschulen als Sprecher der Arbeitsgruppe Lehramtsausbildung Kunst gewählt.